Zorn

…und der Umgang damit

 

Wer mit jungen Menschen zusammenlebt, der kommt nicht OHNE aus.

Emotionen in allen Facetten des Lebens:

Freude, Leid, Wut, Zorn, Schmerz und noch viele mehr.

Wenn es um Freude geht, dann freuen wir uns mit.

Unsere positiven Emotionen erleben wir gerne mit. Wir  erfreuen uns daran.

Mit den Schattenseiten unserer Gefühle wollen wir nichts zu tun haben

Diese werden verdrängt und klein gemacht.

Warum eigentlich?

Und eine weiter Frage die sich uns stellt ist:

Warum können wir „negative“ Emotionen unserer Kinder nicht ertragen oder nur schwer aushalten?

Kinder haben ihre Emotionen noch nicht so im Griff, unter Kontrolle wie wir Erwachsenen.

Das typische Beispiel

Die Supermarktkasse:

Du stehst mit deiner 2 jährigen oder 3 jährigen bei der Supermarktkasse an.

Und plötzlich sticht deinem Kind dieses verführerische Schokoei ins Auge.

Es läuft hin, nimmt sich eines, bringt es dir.

Du sagst liebevoll bestimmt:

„Nein“

Dein Kind fragt nochmals nach und fängt an zu betteln:

Du bleibst bei deinem Nein.

Nun ist die Grenze von dem Zwerg überschritten, dein Kind schmeisst sich auf den Boden, fängt zu brüllen an. Vielleicht sogar um sich zu schlagen, mit den Füßen zu treten und noch mehr!

Das ist die Situation.

Im Normalfall ärgerst du dich sehr denn alle andern Besucher des Supermarktes schauen nun auf dich! Einige wenige schelten dich sogar weil du deinem Kind seinen Wunsch nicht erfüllst.

Kannst du dich in diese oder eine ähnliche Situation hineinfühlen?

Ja?

Nun möchte ich dir die Sicht deines Kindes näher bringen.

Die letzten 2h hat es deine Wünsche erfüllt:
Es hat sein Spiel unterbrochen, sich anziehen lassen und ist mit dir in den Supermarkt gefahren.
Nicht zu vergessen all die Eindrücke die es auf dem Weg dorthin verarbeiten musste, sieht es wie du scheinbar wahllos, nach deinem Gutdünken Dinge aussuchst und in den Einkaufswagen legst.
Meist still, vielleicht ein wenig zappelig hat es mit dir mitgehalten.
Und nun sah es am Ende der Einkaufstour direkt dieses tolle Ei.
Das kannte es vom letzen Mal.
Und nun kommst du und spielst deine ganze Macht aus. So fühlt es sich zumindest an, denn egal welche rationale Erklärung du hast, deine Begleitung wird es nicht verstehen.

Rational und Emotional verstehen sich meist nicht!

Ein schlichtes Nein und der Damm der Emotionen bricht zusammen.

Es bricht zusammen und lässt seinen Unmut über die Ungerechtigkeit der Welt, der Macht- und Hilflosigkeit freien Lauf.

Sein ganzer Ärger bricht aus ihm heraus.

Was kannst du jetzt tun?

Die Gefühle negieren? Sie ihm ganz absprechen oder kleinreden? Das wäre, meiner Meinung nach, der gänzlich falsche Weg.

Ohne das du in deinem Tun nachgeben musst (wenn du wirklich denkst, es darf das Schokoei nicht haben, dann darfst du das auch so erklären) kannst du dein Kind dennoch liebevoll begleiten.

In dem du seine Gefühle ernst nimmst, ihm auch sagst:

“Ich wäre auch schön sauer.!”

In dem du die scheinbar besserwissenden Menschen ignorierst oder dich für ihr Mitgefühl bedankst.

Bleib doch einfach im Hier und Jetzt bei deinem Kind.

Wenn es für den kleinen Menschen angenehm ist, dann leg doch eine Hand auf seinen Rücken, signalisiere dass du da bist und keinen Zweifel an der Liebe zu ihm hast.

Du wirst merken, wie gut es deinem Kind geht wenn es seine Gefühle genauso erleben darf, ausleben darf wie Freude und Co.

Du wirst mit der Zeit auch erkennen, dass solche Ausbrüche weniger heftig werden, einfach nur deshalb weil sie erlaubt sind.

Wo es keinen Schatten gibt, da gibt es auch kein Licht.

Und als kleines Bonus am Ende:

Nimm doch deine Gefühle auch ernst.

Vielleicht wollt ihr am Ende des Tages gemeinsam besprechen welche Gefühle ihr untertags erlebt habt?
Wie es dir damit gegangen ist?
Wie deinem Kind?
Wie deinem Mann?
Also alle Beteiligten in allen Facetten ihre Lebens ernst nehmen.

So können die Emotionen wieder den Platz im Leben einnehmen, die sie verdienen und sich die Waage halten.

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