Schwimmbad –

Ein Sammelsurium an Menschen und ….

Ein Schwimmbadbesuch am Wochenende ist immer wieder aufs Neue interessant.

Der Umgang der Familien untereinander lässt einen tollen Rückschluss auf unsere Gesellschaft zu.

Wenn wir ins Schwimmbad gehen, dann sind unsere Kinder frei.

Frei zu tun, was ihnen beliebt.

Da wir ihnen nie Vorgaben gemacht haben konnten sie ihre körperlichen Grenzen auch im Umgang mit dem kühlen Nass in ihrem eigenen Tempo vorantreiben. Unsere Aufgabe als Elternteil sehen wir darin, sie zu begleiten, ihnen zur Seite zu stehen wenn sie das wünschen.  So kommt es das unsere 3 jährige schon super taucht und auch schon recht passabel schwimmen kann.

Die Älteren sind sowieso nur mehr am Sprungbrett und bei der Rutsche zu finden.

Was passiert nun bei andern Familien?

Meistens ist es Angst die Eltern hindert ihre Kinder ziehen zu lassen:

Angst vor der schädlichen Sonneneinstrahlung – deshalb gibt es UV-Tshirts, Käppchen und mittlerweile schon lange Hosen.

Angst vorm Ertrinken – dafür gibt es Schwimmreifen, Schwimmweste und Schwimmflügel, meist alles auf einmal.

Angst vor andern Menschen – deshalb wird der Platz im Schwimmbad auf der Wiese genau abgesteckt und abgegrenzt.

Angst ist immer ein schlechter Begleiter um Kinder frei und körperbewusst aufwachsen zu lassen.

Doch die Eltern sehen nicht glücklicher aus:

Angestrengt schleppt der Familienvater Kühltruhe, Handtücher, schattenspendendes Zelt, Schwimmhilfen, Badeinseln und mehr auf den gewünschten Wiesenplatz.

Die Mutter der Familie schleppt ihre durchschnittlich 2 Kinder hinten nach und legt schon jetzt mit einer Litanei los in welchem Rahmen sich die Kinder bewegen dürfen.

Nach einer Woche im Hamsterrad – gehts im Schwimmbad weiter. Oft missverstandene Kommunikation hindert die kärgliche Lebensfreude am Ausbrechen.

Müde und angespannt geht es wie immer um Sehen & Gesehen werden.

Anstatt liebevoller Gespräche gehts mit den Kommandos und den Vorgaben für alle Familienmitglieder weiter.

Es gibt im Menschenleben keinen Ort, keine Zeit von der Geburt bis zum Tod an dem jemand selbst über sich bestimmen kann.

Seine Zeit, seinen Körper, seine Emotionen ausleben kann wie er/sie das jetzt braucht und möchte.

Das Schlimmste an dieser Situation: Es merkt kaum jemand wie gefangen der heutige Mensch an dieser Fremdbestimungskette ist.

Ich wünsche allen diesen Menschen eine Pause:

Eine Pause vom Hamsterrad.

Eine Pause der Fremdbestimmung

Eine Pause um sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Dem Sein im Hier und Jetzt

Der Liebe zu seiner Familie

2 replies added

  1. Banu July 19, 2018 Reply

    So wunderschön und treffend geschrieben! Ich war gestern mit meiner 3 Jährigen nach 17:00 Uhr ganz spontan am Badesee. Wir hatten nur eine handvoll Heidelbeeren dabei. Aber da es gibt ja noch den Kiosk. Kurzerhand wurde mein Kleid als Handtuch benutzt und meine Kleine konnte ganz frei nackt baden. Ganz langsam traut sie sich ins tiefere Wasser. Ich saß am Rand und schaute ihrem Planschvergnügen zu.

    • Susanne Delpin July 19, 2018 Reply

      sehr schön wenn du so entspannt mit spontanen situationen umgehen kannst. das ist, gerade heute, eine kunst!

Leave your comment