Einmal Freilernen und zurück – Teil 4

Umkehr? Neuanfang?

#Heute: Freitag morgen! Der letzte Schultag vor den Ferien! Die Kinder freuen sich, denn es ist Weihnachtsfeier. Sie haben für ihre Schulkollegen kleine Geschenke verpackt und mitgenommen. Unser morgendlicher Ablauf fühlt sich an als hätte es kein “Davor” gegeben. Routine? 6 Jausenboxen werden gefüllt und der Frühstückstisch ist gut besucht!

“Abfahrt!” es reicht dieses Wort einmal zu sagen und alle sind pünktlich im Auto. Die Strecke in die Schule fahren wir schon “im Schlaf”. Und ein Teil der Kinder schläft im auch während der Fahrt.

Bei der Schule angekommen, springen sie auch schon raus, kaum das das Auto abgestellt ist.

“Tschüss, wir sehen uns ja dann noch, ich muss gehen da vorne warten die Mädchen auf mich!” ruft meine Älteste und läuft zu einer Gruppe, die sie mit Küsschen auf der Wange begrüsst. So als hätte sie immer schon hierher gehört, als hätte der Platz bei den andern auf meine älteste Tochter gewartet.

Felix klammert sich noch an meine Hand während wir mit dem Rest der Kinder zur Schule gehen. Am Eingang angekommen, flitzt aber auch er zu seinem Spind. Ist ja spannend einen eigenen versperrten Schrank für sich zu nutzen.

Auch Ylvi, das Nicht Schulkind kennt schon unsern Weg in Sabines Büro.

#Rückschau: Die Situation wegst der Verwaltungsstrafe spitzt sich zu. Obwohl wir mit allen in freundlichem Gespräch stehen und viel Zuspruch für unsern Weg bekommen, ist niemand bereit, uns entgegenzukommen. Weder mit der jährlichen Externisten Überprüfung noch mit “Auge zudrücken”. Sturheit, Angst um den Arbeitsplatz – Anstatt die Situation zu überdenken und eine Lösung zu finden. Als Eltern spüren wir immer mehr den Druck der auf uns lastet.

  • Was sollen wir tun?
  • Weggehen?
  • Wohin denn?
  • Ohne grosse Ersparnisse in ein fremdes Land?
  • Aufgeben?

Wir sprechen mit allen Behörden die in Frage kommen um doch noch ein gütliche Lösung zu finden. Sollen wir echt inhaftiert werden? Noch dazu gemeinsam? Was passiert dann mit unsern Kindern.

#sommer2018: Ich bereite vor, plane mit den Kinder auf Reisen zu gehen! Nach 2-3 Monaten innerhalb von Deutschland zu wechseln. Dann in den Süden. Das mit dem Geld wird schon, denke ich, immerhin kann ich von überall arbeiten. Der Nachteil: Helge muss zurück bleiben, solange bis ich allein genug verdiene.

Das schmeckt uns allen nicht! Ich fange an verschiedene Schulen in Österreich anzufragen. Überall Ablehnung! Mit selbstbestimmten Kindern will niemand was zu tun haben. Ich wage mich über die Grenzen hinaus und wende mich an die freie Schule Lindau! Die beiden Leiter sind zu einem Gespräch mit uns Eltern bereit. Ich war sehr aufgeregt doch unser Gespräch war wohlwollend und freundlich und beide haben mir versichert, uns eine Tür offen zu halten.

Wir überlegen, denken, und lehnen ab. Die Aussicht uns wieder in einem Bildungssystem unterzuordnen bereitet und grosses Unbehagen. September, Oktober gehen ins Land. Die Belastung und die Ungewissheit macht sich in der Familie stark bemerkbar. Unsere Paarbeziehung leidet ebenfalls. Dann der Tag der alles änderte: Wir entscheiden die Kinder gehen in die Schule.

Ausschlaggebend war ein letztes Gespräch von Helge mit einem langjährigen Freund, der meinte Schule haben doch alle überlebt!

Als mein Mann mir das erzählte, da war mir klar, Ohne Schule geht es nicht. Ich schreibe sofort Sabine Starz und frage ob ihr Angebot uns aufzunehmen noch gilt!

#erfahrungen:  Wir durften viele Familien kennenlernen die “freilernen” durch die Welt reisen und “scheinbar” zufrieden sind. Genausoviele Familie haben aufgegeben, haben resigniert und sind gescheitert im Geiste zurückgekehrt. Oder leben in andern Ländern am Existenzminimum. Natürlich sagen sie: “Man braucht ja nicht soviel zum Leben!” Doch das können wir nicht. Wir leben nun einmal in einer Welt die viel bietet. Kultur, Reisen, andere Länder und für uns gehört ein gesunder Umgang mit Konsum ebenso dazu. Kinder nur eine Seite des Lebens zu zeigen, das war nie unser Bestreben. Sie sollen sowohl den Campingplatz, als auch das Luxushotel kennenlernen. Nur dann können sie als Erwachsene einen Weg finden. Wenn sie soviele Lebenswege wie möglich kennenlernen können sie frei entscheiden!

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